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dr martin zeller dinslaken

Dr. med. Martin Zeller

Darmsanierung

Der schlauchförmige Darm hat eine Gesamtlänge von etwa acht Metern und eine Oberfläche von etwa 400qm (durch Oberflächenvergrößerung von Falten, Zotten und Mikrozotten). Die menschliche Haut hat dagegen "nur" eine Oberfläche von etwa 2qm. Damit ist der Darm die größte Kontaktfläche des Menschen zu seiner Umwelt. Er ist jedoch nicht nur ein Abfallrohr, sondern grenzt unseren Organismus gegen äußere Einflüsse ab. Dabei erfüllt er seine zahlreichen Aufgaben fast völlig unabhängig vom zentralen Nervensystem.

Trotz seiner wichtigen Funktionen ist der Darm das Organ, das sehr oft verkannt und missachtet wird. Allgemein wird er als schleimig, eklig und übelriechend charakterisiert. Dabei bewältigt er Unglaubliches: In einem Menschenleben passieren ihn etwa 30t Speisen, 50000l Flüssigkeiten, kiloweise Schadstoffe und Umweltgifte, Erreger wie Viren, Pilze und Bakterien. 500 bis über 1000 verschiedene, großenteils lebensnotwendige Bakterienarten leben in ihm ("Darmflora). Insgesamt beträgt ihre Zahl bis zu 100 Billionen (eine 1 mit 14 Nullen) mit einem Gewicht bis zu 2kg. Die Zusammensetzung der Keime unterscheidet sich von Darmabschnitt zu Darmabschnitt. Die Gesamtheit der Bakterien (als "Mikrobiom" bezeichnet) jedes Menschen ist einzigartig.

Der Darm besteht aus 2 Anteilen -dem Organ Darm und dem Ökosystem Mikrobiom. Und nicht immer ist es das Organ, das quält, sondern häufiger sogar das kranke Ökosystem.

Die Besiedlung des Darmes beginnt erst vollständig mit der Entbindung, wer durch den Geburtskanal das Licht der Welt entdeckt, der wird regelrecht einbalsamiert. In der Folge siedeln sich weitere Bakterienarten mit dem Stillen und dem Zufüttern im Darm an.

Ähnlich wie die Intaktheit eines Korallenriffes eine saubere Umwelt anzeigt, so ist der Darm ein Indikator für die Gesundheit des gesamten menschlichen Organismus. Das Ökösystem Darm bildet eine Grenzbarriere und im Aufbau eine funktionelle Einheit.

Aufgaben der Darmbakterien
Lange Zeit war die Funktion der Darmbakterien relativ unklar. Nur wenige Pioniere (siehe am Ende unter "Geschichtliches") erkannten frühzeitigen deren enormen Wert. Heute erkennen auch führende Wissenschaftler (Biologen, Genetiker, Mediziner und Biostatistiker) die Bedeutung der Darmbakterien an.

Metabolische Aufgaben

 I. Verdauung und Resorption
Im Magen-Darmtrakt laufen hochkomplizierte chemische Vorgänge ab. Sie dienen der Verdauung und Resorption unserer Nahrung. Diese wird verarbeitet und Nährstoffe, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und andere für das Funktionieren des Organismus wichtige Stoffe werden über die Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen, ungute Stoffe ausgeschieden. Zusätzlich reguliert er den Wasserhaushalt des Körpers.

 II. Bildung von Vitaminen
Einige Darmbakterien produizieren Vitamine und Fettsäuren. Darunter sind verschiedene B-Vitamine wie B1, B2, B6 und B12. Ein Mangel an Vitamin B1 führt beispielsweise zu Appetitlosigkeit, Herzbeschwerden, Wadenkrämpfen, Konzentrationsmangel. Zusätzlich bildet die Mikroflora Folsäure, Vitamin K, Biotin, Niacin und Panthotensäure.

Protektive Aufgaben

III. Training des darmeigenen Immunsystem
Die Darmschleimhaut und die physiologische Darmflora bilden eine hochspezifische, fast unüberwindbare Barriere im Kampf gegen die Ansiedlung einer ganze Armee bösartiger Krankheitserreger, Allergenen und Giftstoffen (Toxine). Ohne die Bakterien würde unser Immunsystem zusammenkrachen wie ein Kartenhaus. Eine intakte Darmflora ist besonders wichtig als Kolonisations-Barriere, um die Ansiedlung und Vermehrung krankmachender Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilzen zu unterdrücken.  Dazu kommunizieren bestimmte Bakterien mit den Darmepithelzellen ("crosstalk"). Die Bakterien bilden Bioflime aus und produzieren Abwehrstoffe. Die intakte Darmschleimhaut stellt mit ihren Kitleisten ("tight junktions"), dies sind Verbindungen der Darmepithellzellen, eine zusätzliche wichtige mechanische Barriere dar.

Neben der Kolonisationsbarriere besitzen wir ein ausgeklügeltes darmassoziiertes Immunsystem, an dem bestimmte Abwehrzellen (neutrophile Granulozyten und Makrophagen) beteiligt sind. Ein gesunder Darm beheimatet etwa 80% aller Abwehrzellen. Schon der französische Biologe Louis Pasteur (1822-1895) konnte zeigen, dass die Darmbakterien für das Leben von höheren Organismen von entscheidender Bedeutung ist. Das muksomale Immunsystem kontrolliert die Mikroflora des Darms und hängt gleichzeitig von ihr ab. Die bakteriellen Eiweiße (Antigene) regen das Immunsystem permanent über verschiedene Rezeptoren (z.b. Toll-like-Rezeptoren, M-Zellen, Dentritische Zellen) an und sind unabdingbar für dessen normale Entwicklung und Funktionstüchtigkeit. Das Mukosa-Immunsystem ist in der Lage, die Stoffe, mit denen es in Kontakt kommt, als körpereigen (Toleranz gegenüber Nahrungsbestandteilen) oder körperfremd zu erkennen. Mukosa ist die Schleimhaut des Darmes (und die Auskleidung anderer Hohlorgane). Sie ist reich an Strukturen, die die Abwehr schädlicher Erreger und Substanzen gewährleisten.
Die Produktion von bakterienhemmenden oder -tötenden Substanzen verhindert das Wachstum von krankmachende Keimen. Dabei ist das Immunglobulin sekretorisches IgA's von besonderer Bedeutung (immunologische Darmbarriere). Dieses, von den B- Lymphozyten im Darm gebildete Antikörper, bildet die erste Verteidigungslinie gegen pathogene Keime und Nahrungsmittelallergene. Bei Gesunden überzieht das sIgA die Schleimhäute mit einer durchgehenden Schutzschicht. Hierbei wirkt der Keim Enterococcus faecalis regulativ auf die Synthese und Sekretion von sIgA ein. Das sekretorische IgA befindet sich in der Schleimhaut. Niedrige sIgA Werte sind mit körperlichem und seelischen Stress sowie mit mangelhafter Nährstoffaufnahme assoziiert und deuten auf eine erhöhte Infektanfälligkeit hin. Ein überschießendes sIgA zeigt neben anderen Parametern eine allergische und/oder entzündliche Reaktion der Darmschleimhaut an.
Bei den ß-Defensine (Antibiotika-ähnliche Substanz) handelt es sich um Peptide (Eiweiße) mit antimikrobieller Wirkung (Bakterien, Pilze und einige Viren). ß-Defensine gehören zur angeborenen Immunität und sind der ersten körpereigenen Abwehrlinie zuzurechnen. Die Defensine werden in bestimmten Zellen (Panethsche Körnerzellen) am Boden der Darmwandkrypten gebildet. Die Synthese von ß-Defensinen wird durch bestimmte Mikroorganismen (E.coli) stimuliert. Einen Defekt bei der Herstellung von Defensinen sehen wir zum Beispiel bei der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn.

Weitere Hemmstoffe sind Wasserstoffperoxid, kurzkettige Fettsäuren und Schwefelwasserstoff.

Durch die Freisetzung saurer Stoffwechselprodukte (z.B. Milchsäure) wird der pH-Wert des Darms im sauren Bereich stabilisiert. Dadurch wird die Besiedlung mit fremden, krankmachenden Keimen zusätzlich verhindert.

Das so genannte "lymphatische System" als zentraler Teil einer funktionierenden Abwehr verknüpft alle Haut- und Schleimhautregionen (Auge, Ohr, Mund, Nase, Bronchien, Milchdrüse, Magen, Darm und Urogenitaltrakt) miteinander. Der Darm steht dabei im Zentrum des gesamten Schleimhaut-Immun-Netzwerks.

Ist das Schleimhaut-Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten, kommt es in der Folge zu Verdauungsstörungen, Allergien, Infektanfälligkeit, ataopischer Dermatitis, Asthma bronchiale usw.

Sonstige Aufgaben

IV. Das enterale Nervensystem
Eine weitere Tatsache ist vielfach nicht bekannt: Der Darm ist unser "zweites Gehirn".  In der Darmwand befinden sich 100 Millionen Nervenzellen.Der Informationsfluss ist bidirektional. 90% der Informationen sendet das Bauchhirn an das Gehirn, umgerkehrt sind es nur 10%. So besteht ein intensiver Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen und dem Immunsystem, die im Darm beide in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Das enterale Nervensystem (enteral = den Darm betreffend) reguliert die Darmmotilität, das heißt, die aktiven Darmbewegungen. Darüber hinaus übermittelt es Empfindungen wie Glück, Trauer und Hass. Auch am Gefühl der Sättigung ist das Darmhirn beteiligt. Durch Entzündungen, Allergien oder mikrobielle Fehlbesiedelung des Darms (Mikrobiom) werden Entzündungssignale über chemische Botenstoffe an das Hirn gesandt. Durch diesen Vorgang kommt es zu erheblichen Schwankungen der Neurotransmitter (Botenstoffe) im Gehirn mit Auswirkungen auf das Nervensystem und natürlich auch auf den gesamten Organismus.

Es gilt daher der Spruch: "Das Hirn denkt, der Darm lenkt".

 V. Das enterale Hormonorgan - Die Seele im Bauch
Der Darm ist auch ein großes Hormon-Organ. Er produziert etwa 95 % des Serotonins (Glückshormon) im Körper aus der essentiellen Aminosäure Tryptophan. Nur 5% des Serotonins findet sich im Gehirn. Serotonin gilt als verantwortlich für das "Bauchgefühl" im Darmhirn( produiziert in den enetrochromaffinenen Zellen). Weiterhin wirkt Serotonin entzündungshemmend, schmerzlindernd, sättigend und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Auch für die Motorik und Peristaltik (Bewegung) des Darmes ist Serotonin verantwortlich. Bei einer Lactose- und/oder Fructoseintoleranz kommt es häufig zur Resorptionsstörung der wichtigen Aminosäure Tryptophan und in der Folge zu einem Mangel an Serotonin. Auch eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut scheint mit Depressionen, Alzheimer und Autismus assoziiert zu sein.

VI. Nährstoffversorgung der Dickdarmzellen und Anregung der Darmbewegung
Verschieden Stoffwechselprodukte der Darmbakterien sorgen für die Ernährung der Schleimhautzellen des Darms. Die physiologischen Bakterien produzieren aus Kohlenhydraten im Dickdarm kurzkettige Fettsäuren (Proprionat, Acetat, Butyrat), welche die Darmmukosa mit Nährstoffen versorgt und die Darmmotilität fördert. Über einen Rückkopplungsmechanismus wird die Produktion von schützendem Schleim erhöht und die Barrierefunktion der Darmschleimhaut unterstützt.

VII. Das Mikrobiom
Biologisch gesehen wird der Mensch durch seine ererbten 22000 Gene und 37 Billionen Zellen  definiert. Die Vorstellung, dass Vererbung eine reine Frage der Gene sei, beherrschte lange Zeit die Wissenschaft. Inzwischen ist klar, dass Umweltfaktoren (Toxine, Antibiotika bei Mensch und Tier, verbreiteter Gebrauch von Desinfektionsmitteln) und Lebensgewohnheiten (Stress, Ernährung, Verhalten) einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit und unsere Krankheiten haben. Vererbung ist somit ein Ergebnis einer komplexen Wechselbeziehung zwischen genetischen Informationen und Umweltfaktoren (Epigenetik).

Am menschlichen Organismus, vor allem im Darm, leben ungefähr 100 Billionen Bakterien mit etwa 2 Millionen Genen. Nochmals zum Vergleich: Der Mensch selbst besitzt nur etwa 22.000 Gene und 10 Billionen Körperzellen. Dieser bakterielle Genpool wird als Mikrobiom bezeichnet. Das heißt, diese Bakterien "sprechen" mit den Zellen ihres Wirtes und veranlassen diese zu bestimmten Reaktionen ("Crosstalk"). Somit haben die Gene der Darmbakterien einen erheblichen Einfluss auf die Vorgänge im Körper. Dies erklärt auch den Zusammenhang zwischen dem Darm und dessen Milieu und vielen Erkrankungen, die man nicht unmittelbar mit dem Darm in Verbindung bringen würde.

Die Folge einer gestörten Darmflora ist eine Epidemie chronischer Krankheiten.

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zum Einfluss des Mikrobioms auf verschiedene Funktionen und deren möglichen Störungen:

  • Stoffwechsel: Übergewicht, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, nicht alkoholische Fettleber, Herz - Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen, Übergewicht,
  • Immunsystem: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen-Colitis ulcerosa, Morbus Crohn-, Reizdarmsyndrom, Asthma, Allergien, Psoriasis,
  • Nervensystem: Migräne, ADHS, Autismus, Depressionen, Schlafstörungen, Chronischer Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel.

Schädigung der Darmschleimhaut
Obgleich der Darm so viele lebenswichtige Funktionen hat, wird er ständig von uns malträtiert und belastet: mit Giftstoffen aus Industrienahrung, mit Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und Medikamenten. Wir konfrontieren unseren Stoffwechsel mit Nahrung, auf die er genetisch nicht vorbereiete ist.
Lange Zeit galten Antibiotika als Wunderwaffen der modernen Medizin. Der grosszügige und oft fahrlässige Einsatz von Antibiotika beim Menschen und in der intensiven Tierhaltung wird zunehmend zum Fluch. Es entwickeln sich nicht nur immer mehr multiresistente Keime, gegen die unsere Waffen der klassischen Schulmedizin immer häufiger stumpf werden, sondern es kommt auch zu anderen enormen gesundheitlichen "Kollateralschäden". Durch den regelmässigen Einsatz von Antibiotika kommt es nicht nur zur Zerstörung der Krankheitskeime, sondern auch zur Schädigung der natürlichen Darmflora - der Supergau!Es ensteht eine Kolonisationslücke im bakterielle Rasen. Dadurch wird die Darmschleimhaut exponiert zur Ansiedelung und Wachstum unerwünschter krankmachender Keime und Hefen. In der Folge kommt es zu Durchfällen, Entzündungen, einer erhöhter Permeabilität ("leaky-gut-Syndrom") mit der Gefahr von Nahrungsmittelallergien, Immunschwäche und Mineralstoffmangel.
Zudem haben Stress, Infektionen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten negativen Einfluss auf die Darmflora und Darmschleimhaut.
Auch die Zunahme der Allergien bei Kindern, die durch Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, ist bezeichnend. Bei einer natürlichen Geburt kommt das Baby unweigerlich mit den Bakterien des Vaginaltrakts der Mutter in Kontakt. Fehlt diese Kontakt, kommt es zu einer mangelhaften Aktivierung des Immunsystems. Wird das Baby anschließend auch nicht gestillt, fehlt ein weiterer Signalübermittlung mit den milchsäurebildenden Bakterien aus der Muttermilch. Auch eine Frühgeburt, eine frühkindliche Antibiose, Krankenhausaufenthalte sowie Umwelt- und genetische Faktoren oder Krankheiten/Stress der Mutter haben negativen Einfluß auf die Prägung des individuelle Mikrobioms.

Wesentlich für unser Wohlbefinden besonders bei chronischen Erkrankungen ist ein gesunder Darm und damit auch eine gesunde Darmflora.

Wenn unser Darm nicht mehr richtig funktioniert, dann resultiert eine vermehrte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut ("Leaky Gut"). Die Kittleisten ("tight junctions") zwischen den Darmepithelzellen werden gesprengt und das Darm- Immunsystem wird vermehrt mit Nahrungsmittelbestandteilen, Fremdeiweißen, Nahrungsmittelzusatzstoffen und Bakterien, Pilzen, Hefen und deren Stoffwechselprodukten(Endotoxinämie) konfrontiert. Und da alle Schleimhäute miteinander immunologisch in Verbindung stehen, bewirkt das Leaky Gut-Syndrom neben einer erhöhten Infektanfälligkeit auch eine Sensibilisierungen mit der Folge von Allergien, Neurodermitis, Asthma. Durch die eingeschränkten Funktion des Darmes, kommt es zu einem erhöhten Anfall von Giftstoffen, die über die Blutbahn direkt in die Leber gelangen. Dadurch werden die Entgiftungsmechanismen der Leber und das Immunsystem überlastet ud es kommt zu subklinischen, chronischen Vergiftungen.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass chronisch entzündliche Darmerkrankungen und auch das Reizdarmsyndrom durch eine gestörte Darmflora mitverursacht und unterhalten werden.

Häufige Symptome mit Ursprung im Magen- Darm- Trakt sind:

  • Bauchschmerzen,
  • Sodbrennen,
  • Blähungen,
  • Durchfall oder Verstopfung,
  • Blut, Schleim, Eiter oder andere Stuhlveränderungen,
  • ungeklärter Gewichtsverlust.

Unspezifische Symptome sind

  • chronische Müdigkeit,
  • Unklare Leberwerterhöhungen,
  • Depression,
  • Gelenkbeschwerden,
  • Aggressivität,
  • Migräne, Kopfschmerzen,
  • Hautausschlag,
  • Schwindel,
  • Denk- und Konzentrationsstörungen,
  • Schlafstörungen,
  • ADHS
  • Autismus.


Welche Untersuchungen werden gemacht?

Stuhldiagnostik - Gesundheit beginnt im Darm
In der BioMed Praxis Dr. med. Martin Zeller erfolgt fundierte, seriöse und umfassende Darmdiagnostik.

Als Basisdiagnostik bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und eventuell auch bei Allergien und Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems gehören zunächst immer eine Magen- und Darmspiegelung. Anschließend erfolgen je nach Vorgeschichte zusätzliche Untersuchungen auf Unverträglichkeiten. Daneben veranlasse ich dann in der BioMed - Praxis eine Darmdiagnostik mittels einer Stuhlprobe.

Dieser Gesundheits-Check Darm untersucht dabei:

  • den Zustand der Darmflora,
  • die Verdauungsrückstände im Stuhl,
  • die mögliche Ursachen einer Fehlverdauung,
  • das Vorliegen einer gestörten Nährstoffaufnahme durch z.B. Entzündungen oder andere Barrierestörungen der Darmschleimhaut - Alpha-1-Antitrypsin, Calprotectin-,
  • die immunologische Schleimhautabwehr - sIgA, Defensine.

Außerdem wird zunächst anamnestisch und/oder zusätzlich durch Auslassversuche versucht,  Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten von Lactose, Fruktose, Gluten und Histamin aufzudecken. Je nach Hinweis werden anschließend entsprechende Tests im Labor oder durch Atemgastests durchgeführt.

Als Ergänzung erfolgt dann gegebenenfalls noch eine Stoffwechsel- und Nährstoffanalyse, um auch die biochemische Individualität des Patienten aufzudecken.

Tipps und Empfehlungen bei einer gestörten Darmflora:

Zunächst sei erwähnt, dass die Behandlung auf uns (auf der Schleimhau)t stattfindet und nicht in uns.

I. Ziel eine probiotischen Therapie ist die langfristige Stabilisierung der Darmflora und des Schleimhaut-Immunsystems:

1) Neubesiedlung
Zunächst wird eine mikroökologische Darmsanierung durchgeführt. Diese umfasst zunächst die Darmreinigung mit Reduktion der schädlichen Keime. Anschließend wird die Darmflora aufgebaut, das Darmmilieu wird regeneriert, und die Verdauungsfunktionen werden stabilisiert. Dazu werden lebende und/oder abgetötete Mikroorganismen (Probiotika) und/oder deren Bestandteile verwendet. Probiotika (für das Leben) sind laut Definition der Weltgesundheitsorganisation speziell ausgesuchte lebendige und vermehrungsfähige Mikroorganismen menschlichen Ursprungs, die nach ihrem Verzehr gesundheitsfördernde Effekte haben. Diese gehen über das Mass der grundgegebenen ernährungsphysiologischen Effekte hinaus. Das Immunsystem wird dabei positiv reguliert.

Zur Wirkweise der Probiotika:

  • Die Ausbildung eines Biofilms durch Adhäsion (Anlagerung an die Darmwand) verhindert das Eindringen von krankmachenden Keimen.
  • Die antimikrobielle Wirkung fördert die Produktion von so genannten bakteriostatischen Substanzen, wodurch das Wachstum und die Vermehrung von krankmachenden Mikroorganismen verhindert wird.
  • Die gleichzeitige Immunmodulation führt zu einem Anstieg des lokalen Antikörperspiegels (IgA) (spezifische Abwehrstoffe) und der regulatorische T- Zellen (Abwehr steigernde Zellen) im Darm und im gesamten Körper.
  • Verbesserung darmphysiologischer Vorgänge (Steigerung der Darmmobilität, Produktion von Verdauungsenzyme, z.B. Lactase, Synthese von Vitaminen, verbesserte Energie und Nährstoffversorgung).
  • Letztlich kommt es zu einer Wachstumsförderung der Darmflora mit der erwünschten Folge einer positiven Milieuveränderung.

II. Präbiotika

Dabei handelt es sich um Lebensmittel, die das Wachstum bestimmter Bakterienarten im  Darm anregen. Beispiele für solche Präbiotika sind: Schwarzwurzel, Chicoree, Artischocken.

Wann ist die Untersuchung sinnvoll?

  • bei Allergien, bei Neurodermitis, chronischen Ekzemen sonstiger Art,
  • bei Burn-out und chronischer Müdigkeit,
  • bei Asthma oder chronischer Bronchitis (Darm und Lunge stehen nach der chinesischen Lehre (TCM) für Austausch und Kommunikation mit der Außenwelt),
  • bei allen Beschwerden des Verdauungstraktes (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Dysbiose, Nahrungsunverträglichkeiten),
  • bei chronischer Infektanfälligkeit (chronischen Harnwegsinfekten, chronischen Nasen-Neben-Höhlen-Infekten usw.).

2) Vermeidung durch Kostumstellung
Neben der ausführlichen Diagnostik von Störung im Magen- Darm-Trakt und dem Einsatz von Probiotika sollten natürlich auch die Nahrungsmittel gemieden werden, die eine entsprechende allergische bzw. pseudoallergische Reaktion hervorrufen.  Häufig können nach einer 2-3 monatigen Karenz die entsprechenden Lebensmittel nach dem 4-Tage-Rotationsprinzip dem Ernährungsplan wieder hinzugefügt werden. Giftstoffe sollten zusätzlich eliminiert werden.

3) Ersatz
Sollte die Verdauung durch ein Mangel an (Verdaungs-)Enzymen (Substanzen, die chemische Prozesse in unserem Körper beschleunigen) eingeschränkt sein, müssen dies von aussen zugeführt werden.

4) Reparatur
Die geschädigte Darmschleimhaut und die immun-kompetenten Zentren in der Darmschleimhaut sollte durch anti-entzündliche Substanzen unterstützt werden, dazu zählen Kaffeekohle, Myrrhe und Kamille (z.B. Myrrhinil intest®), Colibiogen (zellfreise Lösung aus lysierten Escherichia coli, Stamm Laves), Zink, Vitamin C, Vitamin A, Panthotensäure (Vitamin B5), L-Glutamin, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Curcurmin aus der Gelbwurz. Ist die Schleimhautabwehr geschwächt, helfen "Glucane" (Regacan®, Nutriglucan®). Diese dienen als Ernährungsbausteine der gesunden Darmschleimhautzelle. Werden die Enzündungen der Darmschleimhaut reduziert, dann wird auch die Durchlässigkeit (Permeabilität) vermindert.

5) Umstellung der Ernährung und bestimmter Lebensgewohnheiten

  • Vermeidung von Stress,
  • Zeit nehmen zum Essen, Kauen und Geniessen,
  • naturbelassene, vitalstoff- und balaststoffreiche Kost (Obst und Gemüse),
  • ausreichend Bewegung, besonders an der frischen Luft,
  • ausreichende Zufuhr von Flüssigkeiten (2 Liter - z.B. Tees, Mineralwasser),
  • wenig Zucker und Salz.


Geschichtliches zum Umgang mit Darmbakterien:

  • 1886 entdeckte der deutsch-österreichische Kinderarzt Theodor Escherich das Bakterium Escherichia coli, das 1919 nach ihm benannt wurde.
  • Zu Beginn des 20. Jahrhunderts behauptete der russische Mikrobiologe Ilja Metchnikoff, dass das lange Leben der bulgarischen und im Kaukasus lebenden Bauern aus dem Verzehr von fermentierten Milchprodukten und den darin lebenden milchsäurebildenden Bakterien resultiert.
  • 1917 isolierte Prof.Alfred Nissle aus dem Darm eines Unteroffizieres des Balkankrieges einen Erreger, nachdem dieser im Gegensatz zu seinen Kameraden nicht an Durchfall erkrankt war.
  • Der isolierte Escherichia-coli-Stamm wurde schon von Nissle kommerziell (Mutaflor) zur Therapie krankmachender Darmkeime eingesetzt. Heute ist Mutaflor zur Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa auch schulmedizinisch anerkannt.
  • 1931 entdeckte der leitende Apotheker des Nordstadt- Krankenhauses in Hannover Escherichia coli, Stamm Laves (Colibiogen). Er fokusierte seine Erforschungen auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Stammes.
  • 1928 entdeckte der schottische Mikrobiologen Alexander Flemming das Penicillin. Mit dessen Erfolgen verschwand die Forschung über die therapeutische Anwendung von Mikroorganismen fast völlig.
  • Erst seit den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts kommt die Behandlung mit Darmbakterien langsam wieder in Gang.

Kontaktdaten

Dr. med. Martin Zeller

Herzogstraße 101-103

47178 Duisburg

Tel.: 0176-63754802
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Website: www.duisburg-biomed.de

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